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ECC-Finale 2010: Rudolstadt Lauf 4

Details
Kategorie: GCC Racereports
Ein letztes Geschenk an BMW

Wie bei fast allem im Leben hat auch beim Sport irgendwann einmal die eine oder andere Gewohnheit ihr Ende. Und genau deshalb werden wir wohl in Rudolstadt Simo Kirssi und die schon fast legendäre 450er BMW das letzte Mal zusammen in Aktion gesehen haben, was zumindest den deutschsprachigen Raum angeht.  
Allein schon aus diesem Grunde ließ Simo Kirssi natürlich keine Zweifel darüber aufkommen, dass er nicht alles daran setzen würde, diesen letzten, in dieser Saison zu vergebenden Titel, seinem langjährigen Brötchengeber BMW zum Geschenk machen wollte.

Christian Weiß

Mit einem Blitzstart setzte sich allerdings zuerst einmal Christian Weiß vom Team TM- Racing Germany noch vor der ersten Kurve vor den haushohen Favoriten Simo Kirssi vom Team BMW Husqvarna Motorsport. Direkt dahinter Steffen Albrecht, Andreas Schulz, Andrea Tronconi und Chris Gundermann. Doch schon in der ersten Kurve presste sich Gundermann ganz innen an seinen Widersachern vorbei und übernahm vor Steffen Albrecht die Position drei. Andreas Schulz und Andrea Tronconi mussten derweil erst einmal mit Position vier und fünf vorlieb nehmen.

Chris Gundermann

Runde fünf Minuten später kamen Christian Weiß und Chris Gundermann direkt nebeneinander liegend aus ihrer ersten Runde zurück und schenkten sich schon zu Anfang der 120 Minuten Renndauer keinen Zentimeter. Gleichzeitig kamen sie über den Table am Ortema-Bogen geflogen, bevor Christian Weiß wenige Zentimeter vor Gundermann die Zählstelle zum ersten Mal passierte. Gundermann musste die Rudolstädter Strecke ungemein liegen, hatte er doch schon in dieser ersten Runde sogar Simo Kirssi klar hinter sich gelassen. Albrecht sortierte sich währenddessen mit der nagelneuen, serienmäßigen Husqvarna TC449 aus dem Hause Parthen auf Rang vier ein, gefolgt von Andreas Schulz, Andrea Tronconi und Massimo Ballati.
In der nachfolgenden Runde hatte Christian Weiß dann dem überaus souverän fahrenden Chris Gundermann nichts mehr entgegen zu setzen und musste diesen passieren lassen. Simo Kirssi drehte mit 5-6 Sekunden Rückstand immer noch auf Position drei liegend seine Runden. Auch Steffen Albrecht auf der Serienmaschine lag immer noch auf der Position vier einige wenige Meter hinter Kirssi.
Immer mehr verlor Christian Weiß Meter für Meter auf Kirssi, ehe dieser noch vor Beendigung der vierten Runde am TM-Piloten vorbei ging und Chris Gundermann vorne nach wie vor das Feld nach Belieben dominierte.
Nach rund 40 Minuten kam Steffen Albrecht aufgrund eines Problems unplanmäßig in die Box, verlor dabei eine Minute, ehe er wieder einige Plätze weiter hinten liegend, auf die Strecke zurück kehrte. Kirssi lag zu diesem Zeitpunkt immer noch runde 6 Sekunden hinter Gundermann, hatte aber auf Christian Weiß einen mittlerweile komfortablen Vorsprung von 36 Sekunden heraus gefahren.

Steffen Albrecht

Noch vor Halbzeit des Rennens kam es zu den ersten Überrundungen im Feld der Pro-Klasse. Gundermann und Kirssi hatten also den letzten Piloten dieser Klasse schon eine Distanz von annähernd fünf Kilometern abgenommen.
In der 65. Minute bog Simo Kirssi an zweiter Stelle liegend zum Sprit fassen in die Box ab, während Chris Gundermann eine weitere Runde auf der Strecke blieb. Nach nur etwas mehr als 15 Sekunden hatte man Simo Kirssi abgefertigt und erneut machte sich Kirssi auf die Verfolgung von Gundermann.
Erst jetzt schien Simo Kirssi den obligatorischen Siegesschalter umgelegt zu haben. Mitnichten machte er von nun an mächtig Meter auf den vorne weg stürmenden Gundermann gut. Immerhin noch 20-25 Sekunden trennten den jungen Parthen-Pilot vom Favoriten Simo Kirssi auf der BMW in der Runde nach Kirssis Boxenstopp.
Nach 75 Minuten musste dann aber auch Gundermann an die Box zum obligatorischen Tankstopp. Gundermann kam gerade in der Box zum Stehen, als Kirssi an derselben auch schon vorbei flog. Ein etwas längerer Boxenstopp Gundermanns tat dann ein Übriges, um am Ende des Stopps zwanzig Sekunden auf Kirssi verloren zu haben.
Von nun an bestimmte Simo Kirssi für den Rest des Rennens die Gangart an der Spitze des Feldes. Kontinuierlich baute er den Vorsprung bis zum Ende des Rennens auf gute 40 Sekunden aus. Einen Tick zu schnell war Kirssi in seiner vorletzten Runde und somit musste er wenige Sekunden vor Ablauf der 120 Minuten noch einmal auf eine letzte Runde um den Rudolstädter Vorzeige-Track.

Kirssi nach dem Rennen

Aber auch in dieser lies Simo nichts mehr anbrennen und fuhr souverän den Sieg auf seiner blau-rot-weißen BMW nach Hause und machte seinem Brötchengeber BMW das erhoffte Geschenk eines weiteren Europmeistertitels.
Der Endstand des Rennens der Pro-Klasse in Rudolstadt lautete letztendlich:

1. Kirssi, Simo (BMW Husqvarna Motorsport, BMW)
2. Gundermann, Chris (TEAM Yamaha Parthen, Yamaha)
3.Weiß, Christian (TM- Racing Germany, TM)
4. Albrecht, Steffen (Team Yamaha Parthen, Yamaha)
5. Schulz, Andreas (Team Springschweine, KTM)
6. Tronconi, Andrea (V. M. Junior Team, Honda)
7. BALLATI, MASSIMO (MOCOGNO RANGING, Yamaha)

Start der XC Expert

Bei den Experts hatte Kevin Zdon vom Cross Team Böde an der ersten Ecke die Nase vorn. Auf gleicher Höhe unmittelbar dahinter Marc Töppel (Kawasaki Elf Team Pfeil/ Stanke Racing) und Tobias Gnann vom MSC Schnaitheim, KTM.
Wie bei den Pro´s nützte auch hier Daniel Weiß vom TM- Racing Team Germany die bessere Innenspur, um sich kurz entschlossen auf Position zwei nach vorne zu schieben. Die Piloten Philipp Storz und Alessandro Dalle Carbonare hatten dadurch das Nachsehen und mussten sich auf den Plätzen dahinter einreihen. Mit Hannes Richter (Pfeil Kawasaki Youngster Team)war ein weiterer Pilot vorne mit von der Partie, der schon  in den letzten Rennen mit souveränen Ergebnissen für Aufsehen gesorgt hatte. Auch er gehörte zweifelsohne zu den Piloten, die in dieser Klasse jederzeit für einen Sieg in Frage kamen.

Kevin Zdon

Aus der ersten Runde kam jedoch Kevin Zdon wieder als Erster zurück, gefolgt von Daniel Weiß und Marc Töppel. Rang vier und fünf belegten Hannes Richter und Philipp Storz.
Gerade mal zwanzig Minuten benötigte Kevin Zdon, um sich hinter Steffen Albrecht in die Phalanx der Pro´s einzufahren. Die beiden Italiener Tronconi und Facci aus der Pro-Klasse hatte er schon einige Ecken zuvor in Grund und Boden gefahren.

Hannes Richter

Dann aber zog Hannes Richter so vehement am Kabel, dass kurze Zeit später auch Kevin Zdon dem nichts mehr entgegen zu setzen hatte. Der Husqvarna-Pilot Michael Herrmann hatte sich zwischenzeitlich ebenfalls konsequent nach vorne gefahren und lag nun hinter Daniel Weiß auf Position vier, noch vor Marc Töppel. Bis in Runde fünfzehn ergaben sich unter den ersten fünf Probanden dieser Klasse keine weiteren Veränderungen mehr. Hannes Richter hatte nunmehr 23 Sekunden auf seinen direkten Verfolger Kevin Zdon herausgefahren. Erst in den letzten 30 Minuten gelang es dann noch Michael Herrmann den TM-Piloten Daniel Weiß vom letzten Platz des Siegertreppchens und damit auf Platz vier zu verweisen, während Richter seinen Vorsprung auf Kevin Zdon noch einmal um 8 Sekunden und damit 31 Sekunden insgesamt, aufstockte. Mit einem weiteren Paukenschlag kassierte Herrmann kurz vor Schluss dann auch noch Kevin Zdon und heimste damit Platz zwei ein. Kevin Zdon musste zähneknirschend derweil mit Platz drei Vorlieb nehmen.  Marc Töppel fiel am Ende weit zurück und kam über einen siebzehnten Rang im Rennen der Experts auch nicht mehr hinaus.

Michael Herrmann

Der Endstand lautete somit folgendermaßen:

1. Richter, Hannes (Pfeil Kawasaki Youngster Team, Kawasaki)
2. Herrmann, Michael (Team Zupin-Husqvarna, Husqvarna)
3. Zdon, Kevin (Cross Team Böde, Kawasaki)
4. Weiß, Daniel (TM- Racing Germany, TM)
5. Storz, Philipp (Team Parthen / MSC Walldorf, Yamaha)
6. Welink, Manolito (Team Welink Husaberg, Husaberg)
7. Meininger, Steffen (KTM TEAM JAKOBI/ MV ARNSTADT, KTM)
8. Koubik, Maximilian (Msc Stiftland Mitterteich e.v. im ADAC, Yamaha)
9. Schreiber, Jens (TM- Racing Germany, TM)
10. Gnann, Tobias (MSC Schnaitheim, KTM)

In der Klasse Sport A hatte in den letzten Rennen der Saison nur einer ganz vorne im Feld das Sagen. Kein anderer als Arne Mösch vom veranstaltenden MSC Rudolstadt dominierte souverän diese Klasse. Würde er also auch auf seiner Hausstrecke den Gästen aus dem Süden zeigen, wo in Rudolstadt der Hammer hängt?

Start der XC Sport A

Am Start sah es noch nicht direkt danach aus. Gerhard Rheinfelder (HMF Würzburg), Michael Feichtlinger-Mühlbauer (MSC Mattighofen / KTM Sturm), Timo Jungmann (Team Schnell-Müd / MSC Laubus - Eschbach / MSC Mengerskirchen), Alberto Facci (MOTOCLUB SCHIO) und Ronny Züllich vom KTM Team Jakobi waren die Piloten, die an der ersten Ecke noch vor Arne Mösch zu finden waren.
Doch schon als die Piloten aus der ersten Runde zurück kamen, hatte sich das Bild deutlich gewandelt. Arne Mösch hatte in dieser einen Runde alle seine Widersacher auf die Plätze verwiesen und führte das Feld souverän vor Alberto Facci und Ulli Spichal vom Cycle-Service an.
Nach rund zwanzig Minuten schob sich Robin Graube vom Gas Gas Kadelack Team auf Position drei vor und ließ damit Ulli Spichal und Ronny Züllich hinter sich, während Arne Mösch vorne seinen Vorsprung kontinuierlich ausbaute.
Ganze 90 Sekunden betrug dieser nach etwas mehr als 40 gefahrenen Minuten der insgesamt 120minütigen Rennzeit. Als Fünfter mischte von nun an auch Marco Günther vom KTM Team Jakobi / MSTC Gembdental e.V im ADAC unter den TOP-Five der Klasse Sport A mit.
Dass Arne Mösch jeden Stein und jede Wurzel der Strecke kannte, zeigte sich am Ende der siebten Runde. Mehr als zwei Minuten lagen zwischen ihm und seinem jetzt auf den zweiten Platz vorgefahrenen Gegener Robin Graube. Facci, Günther und Spichal bewegten Ihre Maschinen derweil auf den Plätzen drei bis fünf.

Norman Ceriutti

Während in den nachfolgenden Runden Facci und Spichal etwas zurückfielen, machten die Piloten Norman Ceriotti (Achille Varzi) und Gerhard Rheinfelder richtig Druck und konnten sich damit auf die Positionen vier und fünf hinter Marco Günther setzen.
Von nun an ließen die fünf Piloten an vorderster Front nichts mehr anbrennen und fuhren diese Plätze, allen voran Arne Mösch mit respektablen 4 ½ Minuten Vorsprung, souverän nach Hause.

Arne Mösch

Der Endstand nach 120 Minuten lautete letztendlich:

1. Mösch, Arne (Team Parthen/ MSC Rudolstadt, Yamaha)
2. Graube, Robin (Gas Gas Kadelack, Gas Gas)
3. Günther, Marco (KTM TEAM JAKOBI / MSTC Gembdental e.V im ADAC, KTM)
4. Ceriotti, Norman (ACHILLE VARZI, Suzuki)
5. Reinfelder, Gerhard (HMF Würzburg, KTM)
6. FACCI, ALBERTO [MOTOCLUB SCHIO, Kawasaki)
7. Günster, Manuel (Schroth Motorräder, Beta)
8. Züllich, Ronny (KTM Team Jakobi, KTM)
9. Dölz, Mario (RMA-OFFROADSHOP, Yamaha)
10. Achtelstetter, Chris (MSC Walldorf/Werra-Team Parthen, Yamaha)

Noch ein paar Team-Eindrücke:

TM Racing Germany


Team Italy

Alle Ergebnisse im Detail sowie Europameisterschaftswertung der einzelnen Klassen wie immer unter http://www.xcc-racing.com

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