Früh aufstehen hieß es am zweiten Tag für die die Männer der Motosportclubs Osterburg e.V., MC Fambach und dem Enduroclub Seligenthal. Musste doch für den als erstes anstehenden Quadlauf die Marisfelder Strecke mehr als für die Zweiradpiloten gewässert werden. Die breiten Walzen der Quads und ATV´s sind schon seit je her dafür bekannt, etwaig vorhandene Feuchte auf der Strecke in Nullkommanichts in Staub, so fein wie Puder zu verwandeln.

Beim Start der Pro´s hatte dann zunächst einmal Michael Grimm vom Team Quad X Berlin als erster sein Gefährt in Bewegung gesetzt und war davon gestürmt. Doch Florian Meier vom RMX-Racing Team hatte auf der Innenseite die etwas kürzere Linie und setzte sich noch auf den ersten Metern vor den Kawasaki Piloten Grimm. In dessen Schlepptau gleich ein weiterer Mann vom Team Quad X Berlin/MC-Veilsdorf mit Sandy Schulze, ebenfalls auf einer grünen Kawasaki im Feld unterwegs. Frank Geiling vom STW-Polaris Racing-Team im GMC Güntersleben, der in Abwesenheit von Max Freund und Kevin Riestenbieter hoch gehandelte Favorit in diesem Rennen hielt sich währenddessen aus allem Gerangel heraus, in dem er die andere Streckenseite nutzte, und den beiden Kawasakipiloten das Heck seiner Polaris von hinten zeigte.

Verhältnismäßig schlecht weg kam Andre Sitzler vom MSC Schefflenz im Michel´s Quad Racing Team, da seine Yamaha wieder einmal nur widerwillig zum Leben zu erwecken war. Acht Piloten lagen nach der ersten Kurve vor dem Schefflenzer Piloten und damit eine ganze Menge Arbeit vor ihm, bevor Andre vorne im Feld ein Wörtchen mit zu reden haben sollte.
Aber auch dem sympathischen Frank Geiling verging das Lachen in diesem Rennen schon viel früher als erwartet. Kam er noch in Führung liegend aus der ersten Runde zurück, verlor die
Polaris in der zweiten Runde plötzlich ihren Arbeitswillen. Nur mit sehr großer Verzögerung konnte Geilling der roten Diva wieder Leben einhauchen und dem Feld hinterher wetzen, während vorne Meier und Grimm die Peace machten. Nach sechs gefahrenen Runden hatte die Aufholjagd von Andre Sitzler ein Ende gefunden, indem er die Spitze des Feldes übernahm und Meier und Grimm hinter sich ließ. In Runde dreizehn musste Sitzler zwar noch einmal Alfred Bauer vom MC Taufkirchen kurzzeitig die Spitze überlassen, dann aber legte er den berühmt, berüchtigten Schalter um, machte sich auf und davon und gewann diesen Lauf souverän vor Richard Zimmermann (QFK Racing) und Sandy Schulze. Die Freude des Schefflenzer´s schien nach diesem Sieg und einer schier endlosen Durststrecke nahezu unerschöpflich.
Bei den Quad Sport-Aspiranten machten am Anfang zunächst Marco Braasch (Team Quad Briel) und Patrick Seibold vom DP Brothers Racing die Peace an der Front des Feldes, gefolgt von Udo Bauerfeind vom RMX-Racing Team. Ab der sechsten Runde mischte sich Rene Mutic vom STW Racing Team unter die ersten Drei, während Marco Braasch an Boden verlor. Nach acht Runden war dann für den Mann auf der Yamaha des Briel Teams Feierabend, während Bauerfeind vorne die Spitze kontrollierte. In den weiteren Runden festigte sich vorne die Reihenfolge mit Bauerfeind, Seibold und Mutic, während sich die einzige Dame im Feld, Yvonne Röhrl vom Team KTM Dechant den 4. Platz erkämpfte und dies damit auch den Endstand nach 16 gefahrenen Runden darstellte.

Bei den ATV´s lieferte auch in Marisfeld Dirk Peter vom Can-Am Werksteam –twood-team-Parthen wieder einmal eine One-Man-Show erster Klasse. Vom Start weg bis ins Ziel gab er im Rennen den Ton an. Lediglich Kamil Wiesniewski vom Team Tadex konnte sich im Verlauf des gesamten Rennens in derselben Runde wie Peters halten, diesem aber nie wirklich gefährlich werden. Der anfangs vorne mitfahrende Nico Richter hatte an seiner Can Am in Marisfeld nur wenig Spaß und musste diese dann auch nach sieben gefahrenen Runden abseits der Strecke abstellen. Diesen Umstand nutzte Nico Wiesel vom Twood Team Parthen postwendend aus, um auf seiner Can Am den dritten Platz sicher nach Hause zu fahren.

Im zweiten Lauf des Tages standen die Wild Childs der Klassen W2 und W1 an der Startlinie der Strecke. In der zuerst startenden W2-Klasse legte Yanik Spachmüller vom Team KTM-Musch einen sehenswerten Start-Ziel-Sieg aufs Parkett. Trotz des vielen Staubs und einiger steiniger Abschnitte im Parcours legten sich die jungen Racer derart ins Zeug, dass manglaubte, es gäbe keinen Morgen. So konnten sich am Ende hinter Spachmüller die Piloten Luca Pepe Menger (Team Jakobi) und Christoph Westphal vom KFZ-westphal-Offroad Racing im 1. AMC Zirndorf auf den Plätzen zwei und drei platzieren.
Pech hatte Chris Nitzschke vom Körber Offroad Racing Team im MSC Schefflenz. Nach einer guten ersten Runde musste er leider unfreiwillig seine 85er KTM in Runde zwei mit einem Platten vorzeitig ins Fahrerlager zurück steuern. Bei dem harten und steinigen Boden wie in Marisfeld war ein Weiterfahren ohne Luft im Reifen einfach schlicht und ergreifend nicht möglich. Und auch für Nico Schön hatte das Rennen nur wenige Minuten später in Runde drei sein vorzeitiges Ende neben der Strecke gefunden.

Ein geradezu sehenswertes Bild in der W1-Klasse präsentierten die Nachwuchspiloten des ADAC Junior-Teams Mittelrhein / MSF Winningen den zahlreich anwesenden Zuschauern. Nicht weniger als vier Piloten dieses Teams bzw. Vereins übernahmen nach wenigen Runden die ersten vier Plätze im Rennen, nachdem sie den Reicholzheimer Leon Dörzbacher mit dem besten Start an der Front des Feldes abgelöst hatten. Von da an ließen sich die Vier von keinem der Kontrahenten mehr in die Karten schauen und beendeten in folgender Reihenfolge das Rennen der Klasse W1. Erster wurde der haushohe Favorit Tom Oster, gefolgt von Fiete Klein, Fynn Schwab und an vierter Position Horst Marvin. Erst danach konnte Leon Dörzbacher, an fünfter Position liegend, das letzte Mal die Zählstelle auf der Strecke passieren.

In der Klasse XC Sport B ging Kai Markert vom Team Yamaha Kolb im AMC Bad Windsheim / kabelbude.de als Erster auf die Piste, gefolgt von Dominik Röhrig im Team Bieberbach. Doch dauerte es erst mal nicht lange, bis Andre Rückert vom Team Stopfel Kaltennordheim die Spitze an sich reisen konnte und Kai Markert auch noch Ronny Züllich vom ZAP Racing Team Jakobi passieren lassen musste. Diesen Umstand ließ der Scheinfelder Pilot aber nicht lange auf sich sitzen und drehte in Runde sechs den Spieß einfach wieder zu seinen Gunsten um. Auch wenn ihm seine Verfolger dicht auf den Fersen blieben und mehr als einmal das berühmte Handtuch gereicht hätte, um die ersten Drei darunter verschwinden zu lassen, gab Markert die zurück erkämpfte Führung bis ins Ziel nicht wieder ab. Ronny Züllich musste dann zu seinem Pech auch noch unfreiwillig in der 13. Runde seine KTM abseits der Strecke parken und den Helm an den Lenker hängen, während sich Timo Jungmann vom Team Schnell-Müd den dritten Platz unter den Nagel riss. Ebenfalls nicht besser erging es dem an zweiter Position gestarteten Dominik Röhrig. Auch für ihn endete das Rennen schon in der 12. Runde, während die Besten dieses Laufes ganze 16 Runden an den Tag legten. Mike Languth vom RS Racing Team im MC Veilsdorf gab nach einem eher verhaltenen Start und nicht gerade optimalen Sichtverhältnissen einfach richtig Gas und fuhr Platz um Platz nach vorne, ehe er sich am Ende des Rennens auf einem beachtlichen vierten Rang wiederfand, während Martin Weiß vom MES Racing Team / 1. AMC Zirndorf mit Rang fünf im Feld Vorlieb nehmen musste.

Bei den XC Pre Seniors hatte wieder einmal mehr Michael Arndt vom KTM Team Deutschland als Erster das Vorderrad auf der Marisfelder Crosspiste. Allerdings war ihm gerade in Marisfeld das Glück nicht wirklich hold und das Rennen für ihn schon nach vier gefahrenen Runden zu Ende. Der bis dato als Favorit gehandelte Hans-Georg Bernhart vom KTM Team Musch kam erst als Zehnter um die erste Ecke und musste sich zunächst einmal im Feld einsortieren. Trotz der widrigen Sichtverhältnisse fackelte Bernhart nicht lange im Reigen der noch jungen Herren und kam schon nach wenigen Runden wie gewohnt als Führender aus der letzten Runde zurück. Georg Heiss vom MC + E St. Leonhard verlor mit jeder Runde zunehmend mehr Zeit auf Bernhart und sicherte sich am Ende mit knapp 3 Minuten Rückstand noch den zweiten Platz vor Ronald Gawrisch vom ZAP Racing Team Jakobi / MV Zella-Mehlis, der wiederum nur 7 Sekunden hinter diesem auf Platz drei im Ziel einfuhr. Die Plätze vier und fünf gingen dagegen am Ende an Mirko Bartosch (Stanke Racing / MSC Rudolstadt) und Marc Meyer vom Team 5 Points Looser. Dass dem Team-Namen Meyers eine ganz besondere Bedeutung obliegt, ist ein in GCC-Kreisen schlechthin, aber besonders gehütetes Geheimnis über eine rennleitungsinterne Wettangelegenheit!

Im letzten Lauf des Tages starteten sowohl die Klasse der XC Pro´s, Experts und der Sport A zwar geringfügig zeitversetzt, aber im selben Feld.
Den Start entschied zunächst Mike Hartmann vom Husaberg Racing Team für sich. Doch der Holländer Hans Vogels im Husaberg XCC Team machte trotz eines eher verhaltenen Starts mächtig Druck, und pflügte sich unaufhaltsam durch die Staubschwaden der Piloten vor ihm. Nach knapp der Hälfte des Rennens hatte er den Führenden Hartmann dann direkt vor sich, und wenig später dann auch hinter sich. Von da an war dieses Rennen fest in Vogels Hand. Hartmann hatte dann auch letzten Endes gegen den stark aufkommenden Portugiesen Paulo Goncalves nichts mehr aufzubieten und musste sich am Ende mit Platz drei zufrieden geben, während die Plätze vier und fünf an Christian Weiß und Josef Kuhavy vom TM Racing Team Germany gingen.

Bei den Experts hatte zunächst einmal Arne Mösch vom KTM – Team Parthen im MSC Rudolstadt die Sache fest in der Hand. Erst beim Boxenstopp ging Kevin Zdon vom Kawasaki Elf Team Pfeil am Rudolstädter Kontrahenten vorbei. Zdon hatte das Pech, dass sein Motorrad am Start nur sehr widerwillig zum Leben zu erwecken war und er sich somit erst durch das von dichten Staubwolken umhüllte Fahrerfeld vor ihm arbeiten musste. Nach dem besseren Boxenstopp hatte Zdon dann das Rennen souverän unter Kontrolle und überquerte vor Mösch und Michael Röhrl vom Team ADAC Nordbayern e. V. als Erster die Ziellinie des Marisfelder Crosstracks. Die Plätze vier und fünf gingen indessen an Daniel Weiß (bsn – Racing / Husaberg Deutschland) und Markus Röhrig.

In der letzten Gruppe, die an diesem Tag ins Rennen ging, der Klasse Sport A hatte Paul Roßbach vom MSC Bauschheim im KTM Stega Racing Team Worms die besten Asse im Ärmel und bestimmte dadurch das gesamte Rennen über die Peace an der Spitze. Dominik Leuteritz vom Team KTM Feist / MCL Burgstädt verharrte anfänglich lange Zeit auf Position zwei, musste dann aber dem Touratech Racing Piloten Josha Wiefel Respekt zollen und diesen ziehen lassen. Somit blieb ihm am Ende lediglich noch der dritte Platz hinter dem BMW-Piloten. Mit einer ebenfalls sehr beständigen Leistung sicherte sich der junge Hüttlinger Kevin Abele vom Team MH-Motorräder im MC Bad Windsberg am Ende noch Platz vier vor Martin Haeusner im MSF Sinngrund/EBS Scharnbach.
Geschrieben von: Rudolf Schuler