Einen nahezu perfekten Tag erlebte das malerisch gelegene Walldorf am zweiten Tag der German Cross Country. Wenngleich am Morgen noch einige Nebelschwaden die Sicht zum lang ersehnten Sonnenschein verhinderten, stand der Trend des Barometers doch eindeutig auf hoch. Da auch über Nacht kein Regen mehr gefallen war, zeigten sich sowohl Piloten als auch Strecke in absoluten Bestzustand.
Dies war wohl auch einer der Gründe, warum sich schon am frühen Morgen das Areal „Am Dörnig“ mehr und mehr mit Zuschauern füllte, aber sicher nicht der einzigste.
Irgendwie haben die Walldorfer einen ganz besonderen Magneten, der die Zuschauer geradewegs magisch an die traditionsreiche Premiumstrecke zieht.
Stunde um Stunde wich einem erst nebligen Morgen ein strahlender Tag mit Sonne pur und stahlblauem Himmel.
Trotz der weitläufigen Strecke waren nahezu alle Stellen, an denen actionreiche Szenen erwartet wurden, vom zahlreich erschienenen Publikum belagert. Wie viele Zuschauer es letzten Endes wirklich waren, kann an dieser Stelle nicht genau gesagt werden, aber einige Tausende dürften es ganz sicher gewesen sein.
Wie immer hatte der MSC Walldorf auch an die kulinarischen Genüsse gedacht und kräftig Material auf den „Dörnig“ gekarrt, so dass es dem euphorischen Publikum auch in dieser Hinsicht an nichts fehlte.
Ja, man kann ohne Umschweife behaupten, dass alles wie am Schnürchen lief. Das Einzige, was man immer mal wieder zu Gehör bekam, waren Unmutsäußerungen bezüglich des Fahrerlagerzugangs. Einige wollten partout da rein, ohne im Besitz der notwendigen Zutrittsberechtigung zu sein. Dass diese Angelegenheit nicht immer problemlos sein würde, war auch dem Veranstalter klar. Aber es kann auch nicht einfach sein, dass während eines Rennens mit Tankstopps Katze, Hund und Kegel ungeniert durchs Fahrerlager tollen. Sicher würde es keinem Teamchef gefallen, wenn ausgerechnet seine eigenen Top-Fahrer wegen einem Zwischenfall im Fahrerlager mit Unberechtigten vorzeitig das Rennen beenden müssten. Von weiteren Unannehmlichkeiten an der Stelle sei mal ganz geschwiegen.
Alle Teams konnten sich aber dessen bewusst sein, dass niemand mehr in seinem notwendigen Tun eingeschränkt werden sollte, als dies zum geregelten Ablauf der Veranstaltung erforderlich war.
Während sich unterdessen die Zuschauer noch rege dem Renngeschehen oder der kulinarischen Genüsse widmeten, begann im Fahrerlager schon wieder das große Packen. Schließlich gab es ja auch alle Hände voll zu tun, ehe die ganzen Rennaccessoires wieder an ihrem angestammten Platz im Transporter bzw. Wohnmobil waren.
Im Anschluss bewegte sich der ganze Troß ein weiteres Mal wie ein überlanger Lindwurm in Richtung der naheliegenden Autobahnen, um der German Cross Country in Walldorf für ein weiteres Jahr Adieu zu sagen.
Uwe Hildebrand und seinen Mannen hatten dagegen nach Abschluss des Rennens alle Hände voll zu tun, um die Spuren des zweitägigen Events verschwinden zu lassen. Kaum dreißig Stunden später sollte außer den zurück gebliebenen Stollenabdrücken im Boden schließlich nichts mehr auf eine kurz zuvor abgehaltene Großveranstaltung hinweisen. In der Erinnerung wird Walldorf jedoch auch dieses Mal noch lange nicht zum alten Eisen gehören.
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Rudolf Schuler