Noch nie kam in der Geschichte der German Cross Country Serie ein Motorsportclub so kurzfristig zu einem GCC-Meisterschaftslauf wie der MSC Schwabhausen e. V. im ADAC nahe Gotha.
Binnen weniger Wochen standen für den Verein also gleich zwei Veranstaltungen auf dem Programmplan.
Während Ende August der lang geplante Lauf zur Deutschen Motocross Meisterschaft zur Ausrichtung anstand, folgte zwei Wochen später schon mit der German Cross Country Serie eine weitere Großveranstaltung für die Mannen rund um Thomas Abe, dem ersten Vorsitzenden des Vereins.

Dies hatte seine Ursache darin, dass der MSC Rudolstadt buchstäblich in der letzten Minute seinen lange vorher feststehenden GCC-Termin aus nicht näher bekannten Gründen absagen musste und Schwabhausen freundlicherweise in die Presche sprang. In Zusammenarbeit der Rudolstädter und Schwabhäuser wurde also sozusagen in Windeseile ein Cross Country geeigneter Parcours auf die Beine gestellt. Und dass dies die beiden Vereine in vorzüglicher Manier bewältigten, konnte man zum späteren Zeitpunkt aus so manchem Fahrerkommentar entnehmen.
Lediglich die Größe des Fahrerlagers kam bei so viel Ansturm an die Grenzen seiner Kapazitäten. Angesichts der oben beschriebenen Umstände waren aber in der Kürze der Zeit keine weiteren Alternativen mehr realisierbar. Der eine oder andere Teilnehmer musste diesbezüglich also den einen oder anderen Unzulänglichkeitsfaktor in Kauf nehmen.
Auch Wettertechnisch sollte sich zumindest der Samstag von seiner sonnigsten Seite zeigen. Dass dem wirklich so war, konnte jeder bestätigen, der schon am Samstagmorgen aus dem Wohnmobil oder Wohnwagen blickte. Strahlender Sonnenschein, soweit das Auge reichte. Mit fortschreitender Tagesdauer trübte sich dieses traumhafte Wetter allerdings immer mehr ein und dicke grauen Wolken ließen zumindest für den letzten Lauf der GCC-Klasse Juniors/Sport C und die in dieser Saison zu zweiten Mal stattfindende SSV-Challenge eher trübe Aussichten aufkommen.

Und wieder einmal mehr wurden die Vorahnungen zur Gewissheit. Mitten im Lauf der Junioren und der Sportklasse C öffnete Petrus seine Schleusen meilenweit. Binnen kürzester Zeit wurden die etwas anspruchsvolleren Streckenabschnitte nahezu unfahrbar. Die auftretenden Staus veranlassten die Streckenverantwortlichen dazu, diese Passagen aus der Wertung zu nehmen. Allerdings betätigten sich an dieser Aktion auch übereifrige Helfer, die rein technisch gesehen mit dieser Angelegenheit aber nichts und wieder nichts zu tun hatten. Das Ergebnis dieses Übereifers hatte zur Folge, dass eine nicht unerhebliche Menge an Fahrern bewusst oder zum Großteil auch wirklich ganz unbewusst maßgeblich abgekürzt hatten und dadurch natürlich einen nicht ganz unerheblichen Vorteil gegenüber den restlichen Fahrern gewonnen hatten. Aufgrund der Zahl der Piloten, die diese vermeintlich neue Streckenführung benutzten, war es den Streckenposten, die zusätzlich noch mit dem Umbändern der Strecke beschäftigt waren, nicht mehr möglich, die betreffenden Piloten sicher und eindeutig an die Rennleitung zu melden.
Ergo blieb von Veranstalterseite aus keine andere Möglichkeit, als das Rennen abzubrechen und mit dem Wertungsstand vor dem Auftreten dieser Umstände zu werten.

Das letzte Rennen des Tages gehörte erneut zur Wertung der CanAm-SSV Challenge, einer Klasse für ganz spezielle Geländefahrzeuge, vorzüglich offener Bauart mit leistungsstarken Motoren, Allradantrieb und der Regel zwei Sitzen plus Ladefläche für den Transport von Gütern in äußerst unwegsames Gelände. Dass man mit diesen Fahrzeugen aber auch Spaß der ganz anderer Art haben kann, zeigt diese erstmals ausgetragene Serie im Rahmen der GCC.
Nach einer ersten Einführungsrunde auf der ziemlich glitschigen Strecke und noch herrschendem Tageslicht umrundeten die Teilnehmer schließlich in ihrem zweiten Wertungslauf der Saison bis tief in die Nacht hinein, die kaum noch erkennbare Strecke. Nur anhand des sonoren Sounds und der Scheinwerferbatterien war vom Zuschauer zu erahnen, wo sich die einzelnen Teilnehmer im Feld unterwegs befanden.
Nachdem der letzte Pilot die Ziellinie überquert hatte, ging es zur Siegerehrung ins schon kräftig angeheizte Festzelt. Bei exzellenter Livemusik wurde anschließend wieder einmal bis tief in die Nacht der menschlichen Genüsse gefrönt und die tags zuvor errungenen Siege ordentlich gefeiert.

Fotos und Text: Rudolf Schuler