Schon am frühen Morgen nahm die Sonne mächtig Anlauf, um den langsam aufkommenden Gewitterwolken Paroli bieten zu können. Noch wenige Tage zuvor hatten die tagelangen Regenfälle nicht nur die Flüsse und Bäche in ganz Deutschland über Gebühr strapaziert , sondern auch die Marisfelder Strecke im KTM-Adventureland tief unter Wasser gesetzt. Dennoch reichten die paar sonnenreichen Tage der letzten Woche, um die Strecke soweit abzutrocknen, dass schon bei den ersten Durchgängen die Staubwolken nur so empor gequollen waren.
Trotz allem hatte das Team des MSC Osterburg rund um Thomas Bieberbach die Sache auf und neben der Strecke fest im Griff und ließ sich von nichts und wieder nichts aus der Ruhe bringen.
Je weiter der Tag fortschritt, desto bedrohlicher zeigten sich die immer mehr aufkommenden Gewitterwolken am Marisfelder Himmel. Laut Wetterbericht war mit starken Gewittern zu rechnen, die aber gottseidank die Marisfelder Strecke nur leicht touchierten. So regnete es am Mittag nur so viel, dass der Staub gebunden wurde. Danach erschien auch schon wieder die Sonne und trocknete das bisschen Nass erneut in Windeseile ab.
Sehr zur Freude aller Teilnehmer blieb es auch dem Sanitätspersonal im Großen und Ganzen erspart, sich um größere Blessuren kümmern zu müssen, da sich der gesamte Veranstaltungstag diesbezüglich von seiner besten Seite zeigte.
Für das abendliche Motorrad-Weitspringen standen die Ampeln deshalb aber noch lange nicht auf grün, da sich erneut eine weitere Gewitterfront auf Marisfeld zu bewegte. Glücklicherweise beherrschte sich das Wetter dann aber doch und der Weitsprungwettbewerb konnte wie geplant durchgeführt werden. Gewonnen hatte diesen, wie schon separat berichtet, Philipp Storz mit 30.10m vor Marcel Butzin (30,00m) und Patrick Tangelst mit 27,80m.
Kaum hatte der letzte Pilot die Rampe hinter sich gelassen, machte Petrus erneut böse Miene zum guten Spiel und öffnete ein weiteres Mal die Himmelsschleusen. Kurzerhand begab man sich zur obligatorischen Siegerehrung, ehe die engagierte Damen-Band im Festzelt für Furore sorgte. Dass die Mädels ordentlich Dampf in der Kiste hatten, konnte man nicht nur im Festzelt deutlich vernehmen, sondern auch noch einige hundert Meter weit im Fahrerlager.
Kurz nach dem der Regenschauer wieder seine Tätigkeiten eingestellt hatte, erstrahlte ein wunderschöner Regenbogen über derganzen Strecke, so als ob sich Petrus für seine Eskapaden der vergangenen Tage entschuldigen wollte. Dass dies durchaus angebracht gewesen wäre, war an den Fernsehbildern der letzten Tage mehr als deutlich zu sehen.
So aber konnten sich die partywütigen Offroader ohne weitere Beeinträchtigungen dem bunten Treiben im Festzelt hingeben, so lange ihnen die Lust nicht aus ging bzw. die Augen zufielen. Und wie bei den letzten Veranstaltungen in Triptis und Walldorf gingen auch im Marisfelder Festzelt die letzten Lichter erst sehr früh am Morgen aus. Die härtesten Hardrocker konnten sozusagen schon bei angehendem Tageslicht den Weg in ihre Domizile im Fahrerlager antreten. Ob sie zu diesem Zeitpunkt noch in der Lage waren, Geräusche wahrzunehmen, liegt allerdings außerhalb unseres Kentnisstandes.
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Rudolf Schuler