GCC Schwabhausen 2011 – Racereport Day 1
Jörg Albrecht übernahm erneut das Zepter unter den XC Super Seniors!
Lauf 1: Nach der herben Enttäuschung beim Heimrennen in Schefflenz kann sich Jörg Albrecht für den Rest der Saison keinen weiteren Patzer mehr leisten, wenn er am Schluss in der Meisterschaft ganz oben stehen will. Dass sein fahrerisches Talent dem nicht im Wege steht, ist jedem erfahrenen Beobachter der Szene klar. Dass sich aber niemand vor dem Defektteufel in Sachen Technik sicher sein kann, bewies der Ausfall Albrechts im letzten Rennen mit aufgetretenem Motorschaden.
Start der "älteren Herren"
Bei bestem Wetter machten sich also die Super Seniors am Samstagmorgen auf ihr vorletztes Rennen zur GCC-Meisterschaft. Allerdings konnte in Schwabhausen nicht wie sonst fast schon üblich, Konrad Schneider den Start zu seinen Gunsten entscheiden, sondern dieses Mal hatte Jörg Steenbock auf seiner Husaberg an der ersten Ecke die Nase vor Konrad Schneider und Jörg Albrecht, die ebenfalls auf der blauen Motorrad-Marke an den Start gegangen waren.
Jörg Albrecht fackelte jedoch bekanntermaßen nicht lange und ging schon nach wenigen hundert Metern an Konrad Schneider vorbei, der damit einmal mehr in dieser Saison zum Dauerzweiten avancierte. Jens Thalmann, der am Start gleichauf mit Alfred Wechsler hinter Albrecht um die erste Kurve bog, konnte sich bis zum Ende der ersten Runde auf dem dritten Platz einsortieren, während Jörg Steenbock einen Rang dahinter seine erste Runde beendete. Christian Kerstens, ein weiterer Garant für vordere Plätze in dieser Klasse reihte sich unterdessen auf Rang fünf des Feldes ein, nachdem Runde eins beendet war.
Jörg Albrecht
Während Albrecht und Schneider im weiteren Verlauf vorne weg stürmten, Thalmann noch Rang drei vor Steenbock verteidigte, musste Kerstens nach einem Patzer in Runde drei zunächst einmal bis auf Rang acht nach hinten wechseln. Jürgen Mosch, Frank Storz und Alfred Wechsler rückten demzufolge auf die Ränge fünf bis sieben nach vorne.
Erst nach 47 Minuten bzw. sechs Runden gelang es Christian Kerstens wieder, Alfred Wechsler und Frank Storz hinter sich zu lassen und damit auf Rang sechs im Feld unterwegs zu sein.
Die kurz danach anstehenden Tankstopps sorgten erneut für einige Verschiebungen im Feld der Super Seniors. Albrecht und Schneider blieben zwar nach wie vor unangetastet vorne, der Dritte Thalmann musste unterdessen Jörg Steenbock und Jürgen Mosch erst einmal den dritten und vierten Platz überlassen und selbst mit Rang fünf vorlieb nehmen. Dahinter immer noch Christian Kerstens, Frank Storz und Alfred Wechsler.
In genau dieser Konstellation spulten die ersten zehn Piloten des Feldes die nachfolgenden sechs Runden bis zum Ende des Rennens ab, ohne dass sich auch nur noch eine einzige Platzierungsänderung einstellte. Nach sechszehn gefahrenen Runden lautete somit der Endstand Jörg Albrecht vor Konrad Schneider und Jörg Steenbock, alle auf Husaberg. Jens Thalmann kam als Vierter, vor Christian Kerstens, Jürgen Mosch und Frank Storz ins Ziel. Die Plätze acht bis zehn gingen unterdessen an Alfred Wechsler, Helfried Höfer und Rainer Maar.
Tobias Goy
Beim Start der XC Guests kam es zunächst zum Sturz des am besten gestarteten Piloten aus dem Jakobi-Motosport-Team. Glücklicherweise konnten alle nachfolgenden Piloten problemlos diese Stelle passieren, so dass das Rennen ohne weitere Umstände fortgeführt werden konnte.
Am Ende der ersten Runde hatten sich dann zunächst die Teamkollegen Tobias Goy und Enrico Metzner nach vorne gefahren, während dahinter Nico Reif und Philipp Kaiser auf ihre Chance warteten. Patrick Polisidis schließlich ging als Letzer der TopFive in die nachfolgende zweite Runde.
Erst mit Ablauf der sechsten Runde konnte Walther Schneider den auf Rang fünf fahrenden Patrick Polisidis überholen und damit dessen fünften Rang vorerst für sich verbuchen. Vorne bestimmten indessen nach wie vor die Piloten Goy, Metzner, Kaiser und Reif das Geschehen an der Front.
Auch im weiteren Verlauf schienen im Feld der XC Guests die Positionen wie in Stein gemeißelt, zumindest was die Betrachtung der vorderen Plätze anging. Nico Reif konnte sich dann aber doch nach elf gefahrenen Runden am bis dahin Zweiten Enrico Metzner vorbei schieben und machte sich nun auf die Jagd auf den 33 Sekunden vorne liegenden Tobias Goy. Patrick Polisidis gelang es zur selben Zeit, den an seinen Kontrahenten Walther Schneider verlorenen fünften Platz zurück zu erobern, um wenig später auch noch den vor ihm rangierenden Philipp Kaiser zu passieren und nun auf Rang vier verweilend, seine Runden zu drehen.
Bis in die vorletzte Runde brauchte denn auch Walther Schneider, um noch am hinter Polisidis befindlichen Kaiser vorbei zu schlüpfen und dessen fünften Platz ein zu nehmen. Da Schneider jedoch noch über etwas mehr Reserven als Patrick Polisidis verfügte, musste auch dieser schlussendlich noch klein beigeben, als Schneider zum Angriff blies.
Während bis zum Ende des Rennens fortan die ersten fünf Ränge bezogen waren, gelang es in den letzten Runden Philipp Dräger noch, an seinem Widersacher Philipp Kaiser vorbei zu gehen.
Nach neunzehn absolvierten Runden lautete dann auch dementsprechend die Reihenfolge Tobias Goy vor Nico Reif und Enrico Metzner, gefolgt von den Piloten Walther Schneider und Patrick Polisidis auf Platz vier und fünf, während die Ränge sechs bis zehn an Philipp Dräger, Philipp Kaiser, Bernd Kelm, Thomas Hut und Sandro Lemuth gingen.
Alexandra Haupt
Lauf 2: Im zweiten Lauf des Tages waren wie gewöhnlich die Damen die Vorreiter vor den dahinter stehenden Beginners. Nach Beendigung des Starttrailers war Davina Trost die Schnellste, die ihr Motorrad in Bewegung versetzte und somit den Start für sich entschied und das, obwohl sie in dieser Saison eher selten am Start eines GCC-Laufes anzutreffen war. An zweiter Position reihte sich Ina Kirssi, gefolgt von Margit Müller und Jenny Poslovsky, ein.
Die Favoritin dieser Klasse, Sally Böde reihte sich erst ziemlich weit hinten liegend, im Feld ein. Noch schlechter war die erstmals in dieser Saison am Start vorzufindende Alexandra Haupt, die allerdings aufgrund ihrer Erfahrungen und Erfolge als Geheimtipp schlechthin gehandelt wurde.
Nach Beendigung der ersten Runde ergab sich aber wie schon in den letzten Rennen gesehen, das übliche, gewohnte Bild. Sally Böde führte mit deutlichem Abstand das Feld an. Allerdings lag auf Platz zwei schon Alexandra Haupt, die wie zuvor erwähnt, als Geheimtipp dieses Laufes gehandelt wurde.
Sally Böde
Mit enormem Druck agierend, machte diese unübersehbar Meter um Meter auf Sally Böde gut, ehe sie diese in der dritten Runde hinter sich lassen konnte. Auf den Plätzen dahinter rangierten derweil Margit Müller, Tanja Fischer und Jenny Poslovsky.
Während Sally nach drei gefahrenen Runden zunächst vierzig Sekunden Rückstand auf Alexandra Haupt angesammelt hatte, konnte sie in der nachfolgenden Runde schon wieder zehn Sekunden davon auf diese gut machen. Margit Müller hingegen rutschte innerhalb kurzer Zeit bis auf Rang neun zurück, nachdem sie in der vierten Runde mehr als 4 Minuten länger unterwegs war als die Führenden Alexandra Haupt und Sally Böde.
Nach und nach knabberte Sally Böde Sekunde um Sekunde an Alexandra Haupts Vorsprung, während zwischenzeitlich Janina Seeber bis auf Position vier vorrückte und auch Margit Müller wieder drei Plätze gewann und damit nach neun Runden auf Rang sechs im Feld unterwegs war.
Nach gut einer Stunde wurde es dann eng auf den Plätzen eins und zwei. Sally war nur noch deren 0,9 Sekunden hinter ihrer Konkurrentin Alexandra Haupt. Der Rest des Feldes lag mittlerweile mehr als fünf Minuten dahinter und spielte damit in einer völlig anderen Liga als die beiden schnellen Ladies ganz vorne. Aufgrund der anstehenden Überrundungen konnte sich Alexandra wieder etwas von Sally Böde absetzen, ohne dass diese aber den Kontakt wirklich abreisen ließ. Bis zum Schluss lieferten sich die beiden Damen einen sehenswerten Krimi, den auch nur ein einziger der Herren aus dem Beginnersfeld mitgehen konnte. Summa Samarium fehlten Sally am Ende nur wenige Meter oder auch nur eine weitere Runde, um das Rennen zu ihren Gunsten hätte entscheiden können. In Bezug auf die Leistungsklasse von Alexandra Haupt gesehen jedoch ein außerordentlich starkes Rennen, das Sally Böde in Schwabhausen an den Tag gelegt hat und damit zugleich auch die Meisterschaft in der Klasse der XC Women erneut für sich entscheiden konnte. Bleibt ihr also nur noch mit dem Titel in der Europameisterschaft die Krone noch etwas zu verfeinern.
Die weiteren Ränge gingen unterdessen an Tanja Fischer, Janina Seeber, Jenny Poslovsky, Margit Müller, Christine Maier, Andrea Volk, Carmen Jankus und Silvia Berger.
Geiler Fahrstil
Die dominierende Rolle Rolle bei den XC Beginners übernahm in Schwabhausen einmal mehr Michael Bichler. Zwar war auch hier mit Christian Rückert am Start erst mal ein anderer schneller, aber nach zwei gefahrenen Runden stand auch hier schon Michael Bichler mit deutlichem Abstand ganz oben auf der Zeitentabelle. Auf den weiteren Plätzen Patrick Steiner, Manuel Knoth und Thomas Oberndorfer.
Im Doppelpack übernahmen wenig später Daniel Ostermann und Dominik Diemb Platz drei und vier im Feld und verwiesen damit Thomas Oberdorfer und Manuel Knoth auf die dahinter liegenden Ränge. Daniel Ostermann forcierte weiter das Tempo und ging demzufolge kurz danach noch am bis dahin Zweiten Patrick Steiner vorbei.
Auf den folgenden Runden ergaben sich kaum weitere Veränderungen, ehe Daniel Ostermann nach Halbzeit des Rennens am führenden Michael Bichler vorbeiziehen konnte. Mehr als zwei Runden lang konnte sich Ostermann allerdings nicht an der Führung erfreuen, denn Bichler holte sich diese kurz entschlossen einfach wieder zurück, während sich auf Rang drei hinter Ostermann nun Martin Stötzer eingefunden hatte. Bei noch rund vierzig verbleibenden Minuten rangierten auf den weiteren Plätzen die Piloten Patrick Steiner, Thomas Oberndörfer, Jörg Tegtmeier, Jan Lorenz, Patrick Schwamm, Dominik Zottmann und Christian Rückert, allesamt nur wenige Sekunden voneinander getrennt.
Michael Bichler
In der noch verbleibenden Zeit bis zum Ende des Rennens ließen Michael Bichler, Daniel Ostermann, Martin Stötzer und Patrick Steiner auf den ersten vier Plätzen nichts mehr anbrennen, während auf den Rängen fünf bis zehn noch verbissen um jeden Millimeter hart gekämpft wurde. Die Positionen wechselten schneller, als der Streckensprecher dies von der Zeitentabelle ablesen und aussprechen konnte.
Nach dem letztmaligen Durchfahren der Zählstelle lautete schlussendlich die Reihenfolge der Plätze fünf bis zehn Jan Lorenz vor Jörg Tegtmeier, Markus Steinberger, Christian Rückert, Patrick Schwamm und Manuel Knoth.
Aufgrund der wenigen Punkte, die Michael Bichler damit nun noch für die Meisterschaft fehlen, dürfte er sich diese in Bauschheim, der letzten Station der diesjährigen GCC wohl kaum noch vom Brot nehmen lassen.
Lauf 3: Wie gewohnt ging es bei den XC Juniors vom ersten Meter an, kräftig zur Sache. Als erster um die 180° Kehre unter dem Red Bull – Bogen bog Patrick Patela, gefolgt von Jan Froede und Tim Apolle. Bei noch guten Bedingungen, aber mit eher schlechten weiteren Aussichten, wenn ein Blick den Himmel tangierte, machten sich also die Junioren auf ihre Reise. Noch auf den ersten Metern setzte sich Jan Froede an die Spitze des Feldes und gab diese bis zum späteren Abbruch des Rennens nicht mehr ab. Patrick Patela hatte nach Beendigung der ersten Runde schon zwölf Sekunden auf Jan Froede verloren, lag aber selbst nur eine Sekunde vor Tim Apolle. Yannik Mosch und Lukas Reichstein rangierten nach Runde eins mit weiteren zehn Sekunden Rückstand auf den Rängen vier und fünf.
XC Juniors von Hinten
Kurze Zeit später übernahm Tim Apolle Rang zwei von Patrick Patela und Lukas Reichstein ging an Yannik Mosch vorbei und war damit auf Rang vier unterwegs. Zwei Runden später lag Lukas Reichstein allerdings schon auf aussichtsreicher zweiter Position, während sich Patrick Strelow auf Rang vier vorarbeitete und sich Christian Braun auf Rang fünf dahinter klemmte. In der siebten Runde presste sich Patrick Strelow an Tim Apolle vorbei auf Rang drei und Yannik Mosch verdrängte Patrick Patela auf den siebten Platz hinter sich.
Nur zwei Runden verstreichen ließ Tim Apolle, ehe er sich seinen dritten Platz wieder zurück eroberte. Mit Abschluss der Boxenstopps nach rund einer Stunde Fahrzeit hatte sich Christian Braun den fünften Platz von Patrick Strelow erkämpft, während Jan Froede ganz vorne im Feld weiterhin Lukas Reichstein auf Distanz hielt. Unterdessen drehte Julian Donnecker auf Rang acht liegend seine Runden, ohne dass ihm der dahinter fahrende Luca-Pepe Menger jemals wirklich gefährlich werden konnte. Kurze Zeit später setzte aufkommender heftiger Regen Fahrern und insbesondere der Strecke stark zu, so dass es an unfahrbaren Passagen zu unkontrollierten Abkürzungen kam und seitens der Rennleitung das Rennen wegen ungleicher Bedingungen für die Fahrer abgebrochen werden musste. Die Wertung erfolgte demzufolge mit dem Stand der Runde zuvor, ehe diese Umstände zum Abbruch geführt hatten.
Jan Froede
Der Endstand gestaltete sich dadurch folgendermaßen: Jan Froede vor Lukas Reichstein und Tim Apolle. Christian Braun und Patrick Patela auf den Rängen vier und fünf, während auf den Plätzen bis Rang zehn, Yannik Mosch, Julian Donnecker, Pepe-Luca Menger, Robin Müller und Alexander Lesser zu finden waren.
Die letzten Piloten des Tages, die auf die Schwabhäuser Strecke gingen, gehörten der Klasse XC Sport C an. Das feinste Händchen in Sachen Start gehörte beim vorletzten Lauf zur GCC-Meisterschaft Pascal Schneider. Er bog denn auch vor Frank Neubert und Marvin Möhler durch den Red Bull – Bogen in die erste Kehre ein. Noch in der ersten Runde hatte Marvin Möhler einen heftigen Abflug und schlug hart mit dem Helm auf dem Boden auf.
Marvin Möhler
Völlig benommen brauchte er erst einige Minuten, ehe er überhaupt wieder wusste, was um ihn herum geschah. Wesentlich gehandicapt durch diesen Vorfall hielt er dennoch das komplette Rennen durch. Auch wenn am Ende dadurch nur ein 35. Platz übrig blieb, kann dies als eine mehr als sehr beachtenswerte Leistung eingestuft werden. Zu welchen Leistungen Marvin Möhler sonst fähig ist, zeigt der erst vor kurzem errungene Sieg in dieser Klasse beim Rennen in Schefflenz. Unterdessen beendete Frank Neubert als Erster diese erste gefahrene Runde vor Pascal Schneider und Tobias Häfner. David Gärtlein und Andreas Ziem gesellten sich als Vierter und Fünfter hinzu.
Ab der vierten Runde übernahm Andreas Ziem den zweiten Platz von Tobias Häfner und gab diesen bis zur siebten Runde nicht wieder ab. Dann aber holte sich diesen fest entschlossen Tobias Häfner wieder zurück und verwies Andreas Ziem wieder auf den dahinter liegenden dritten Platz. Die beiden Tangelst-Mannen Patrick und Klaus verweilten derweil auf den Rängen vier und fünf.
Kurze Zeit später fiel Andreas Ziem bis auf den neunten Platz zurück, während alle vor ihm liegenden Piloten um jeweils einen Platz nach vorne rückten.
In Runde zehn läutete schließlich Tobias Häfner den sich vorher schon andeutenden Führungswechsel ein und gab dieselbe dann auch bis ins Ziel nicht mehr ab. Frank Neubert blieb logischerweise nichts anderes übrig, als sich schlussendlich nach dem Abbruch mit Platz zwei zufrieden zu geben.
Andreas Ziem gelang es in den letzten Runden noch einmal Boden gut zu machen und überquerte demzufolge als Dritter die Ziellinie an der Zählstelle. Klaus und Patrick Tangelst kamen auf den Rängen vier und fünf ins Ziel, während sich dahinter David Gärtlein positionierte. Die Plätze sieben bis zehn gingen dann letzten Endes noch an Dominik Zachrau, Marcus Liß, Manfred Budai und Timo Mengler, der trotz vier unsanfter Bodenkontakte noch den zehnten Platz ins Ziel fahren konnte.
Side by Side
Text und Fotos: Rudolf Schuler
Lauf 1: Nach der herben Enttäuschung beim Heimrennen in Schefflenz kann sich Jörg Albrecht für den Rest der Saison keinen weiteren Patzer mehr leisten, wenn er am Schluss in der Meisterschaft ganz oben stehen will. Dass sein fahrerisches Talent dem nicht im Wege steht, ist jedem erfahrenen Beobachter der Szene klar. Dass sich aber niemand vor dem Defektteufel in Sachen Technik sicher sein kann, bewies der Ausfall Albrechts im letzten Rennen mit aufgetretenem Motorschaden.
Start der "älteren Herren"Bei bestem Wetter machten sich also die Super Seniors am Samstagmorgen auf ihr vorletztes Rennen zur GCC-Meisterschaft. Allerdings konnte in Schwabhausen nicht wie sonst fast schon üblich, Konrad Schneider den Start zu seinen Gunsten entscheiden, sondern dieses Mal hatte Jörg Steenbock auf seiner Husaberg an der ersten Ecke die Nase vor Konrad Schneider und Jörg Albrecht, die ebenfalls auf der blauen Motorrad-Marke an den Start gegangen waren.
Jörg Albrecht fackelte jedoch bekanntermaßen nicht lange und ging schon nach wenigen hundert Metern an Konrad Schneider vorbei, der damit einmal mehr in dieser Saison zum Dauerzweiten avancierte. Jens Thalmann, der am Start gleichauf mit Alfred Wechsler hinter Albrecht um die erste Kurve bog, konnte sich bis zum Ende der ersten Runde auf dem dritten Platz einsortieren, während Jörg Steenbock einen Rang dahinter seine erste Runde beendete. Christian Kerstens, ein weiterer Garant für vordere Plätze in dieser Klasse reihte sich unterdessen auf Rang fünf des Feldes ein, nachdem Runde eins beendet war.
Jörg AlbrechtWährend Albrecht und Schneider im weiteren Verlauf vorne weg stürmten, Thalmann noch Rang drei vor Steenbock verteidigte, musste Kerstens nach einem Patzer in Runde drei zunächst einmal bis auf Rang acht nach hinten wechseln. Jürgen Mosch, Frank Storz und Alfred Wechsler rückten demzufolge auf die Ränge fünf bis sieben nach vorne.
Erst nach 47 Minuten bzw. sechs Runden gelang es Christian Kerstens wieder, Alfred Wechsler und Frank Storz hinter sich zu lassen und damit auf Rang sechs im Feld unterwegs zu sein.
Die kurz danach anstehenden Tankstopps sorgten erneut für einige Verschiebungen im Feld der Super Seniors. Albrecht und Schneider blieben zwar nach wie vor unangetastet vorne, der Dritte Thalmann musste unterdessen Jörg Steenbock und Jürgen Mosch erst einmal den dritten und vierten Platz überlassen und selbst mit Rang fünf vorlieb nehmen. Dahinter immer noch Christian Kerstens, Frank Storz und Alfred Wechsler.
In genau dieser Konstellation spulten die ersten zehn Piloten des Feldes die nachfolgenden sechs Runden bis zum Ende des Rennens ab, ohne dass sich auch nur noch eine einzige Platzierungsänderung einstellte. Nach sechszehn gefahrenen Runden lautete somit der Endstand Jörg Albrecht vor Konrad Schneider und Jörg Steenbock, alle auf Husaberg. Jens Thalmann kam als Vierter, vor Christian Kerstens, Jürgen Mosch und Frank Storz ins Ziel. Die Plätze acht bis zehn gingen unterdessen an Alfred Wechsler, Helfried Höfer und Rainer Maar.
Tobias GoyBeim Start der XC Guests kam es zunächst zum Sturz des am besten gestarteten Piloten aus dem Jakobi-Motosport-Team. Glücklicherweise konnten alle nachfolgenden Piloten problemlos diese Stelle passieren, so dass das Rennen ohne weitere Umstände fortgeführt werden konnte.
Am Ende der ersten Runde hatten sich dann zunächst die Teamkollegen Tobias Goy und Enrico Metzner nach vorne gefahren, während dahinter Nico Reif und Philipp Kaiser auf ihre Chance warteten. Patrick Polisidis schließlich ging als Letzer der TopFive in die nachfolgende zweite Runde.
Erst mit Ablauf der sechsten Runde konnte Walther Schneider den auf Rang fünf fahrenden Patrick Polisidis überholen und damit dessen fünften Rang vorerst für sich verbuchen. Vorne bestimmten indessen nach wie vor die Piloten Goy, Metzner, Kaiser und Reif das Geschehen an der Front.
Auch im weiteren Verlauf schienen im Feld der XC Guests die Positionen wie in Stein gemeißelt, zumindest was die Betrachtung der vorderen Plätze anging. Nico Reif konnte sich dann aber doch nach elf gefahrenen Runden am bis dahin Zweiten Enrico Metzner vorbei schieben und machte sich nun auf die Jagd auf den 33 Sekunden vorne liegenden Tobias Goy. Patrick Polisidis gelang es zur selben Zeit, den an seinen Kontrahenten Walther Schneider verlorenen fünften Platz zurück zu erobern, um wenig später auch noch den vor ihm rangierenden Philipp Kaiser zu passieren und nun auf Rang vier verweilend, seine Runden zu drehen.
Bis in die vorletzte Runde brauchte denn auch Walther Schneider, um noch am hinter Polisidis befindlichen Kaiser vorbei zu schlüpfen und dessen fünften Platz ein zu nehmen. Da Schneider jedoch noch über etwas mehr Reserven als Patrick Polisidis verfügte, musste auch dieser schlussendlich noch klein beigeben, als Schneider zum Angriff blies.
Während bis zum Ende des Rennens fortan die ersten fünf Ränge bezogen waren, gelang es in den letzten Runden Philipp Dräger noch, an seinem Widersacher Philipp Kaiser vorbei zu gehen.
Nach neunzehn absolvierten Runden lautete dann auch dementsprechend die Reihenfolge Tobias Goy vor Nico Reif und Enrico Metzner, gefolgt von den Piloten Walther Schneider und Patrick Polisidis auf Platz vier und fünf, während die Ränge sechs bis zehn an Philipp Dräger, Philipp Kaiser, Bernd Kelm, Thomas Hut und Sandro Lemuth gingen.
Alexandra HauptLauf 2: Im zweiten Lauf des Tages waren wie gewöhnlich die Damen die Vorreiter vor den dahinter stehenden Beginners. Nach Beendigung des Starttrailers war Davina Trost die Schnellste, die ihr Motorrad in Bewegung versetzte und somit den Start für sich entschied und das, obwohl sie in dieser Saison eher selten am Start eines GCC-Laufes anzutreffen war. An zweiter Position reihte sich Ina Kirssi, gefolgt von Margit Müller und Jenny Poslovsky, ein.
Die Favoritin dieser Klasse, Sally Böde reihte sich erst ziemlich weit hinten liegend, im Feld ein. Noch schlechter war die erstmals in dieser Saison am Start vorzufindende Alexandra Haupt, die allerdings aufgrund ihrer Erfahrungen und Erfolge als Geheimtipp schlechthin gehandelt wurde.
Nach Beendigung der ersten Runde ergab sich aber wie schon in den letzten Rennen gesehen, das übliche, gewohnte Bild. Sally Böde führte mit deutlichem Abstand das Feld an. Allerdings lag auf Platz zwei schon Alexandra Haupt, die wie zuvor erwähnt, als Geheimtipp dieses Laufes gehandelt wurde.
Sally Böde Mit enormem Druck agierend, machte diese unübersehbar Meter um Meter auf Sally Böde gut, ehe sie diese in der dritten Runde hinter sich lassen konnte. Auf den Plätzen dahinter rangierten derweil Margit Müller, Tanja Fischer und Jenny Poslovsky.
Während Sally nach drei gefahrenen Runden zunächst vierzig Sekunden Rückstand auf Alexandra Haupt angesammelt hatte, konnte sie in der nachfolgenden Runde schon wieder zehn Sekunden davon auf diese gut machen. Margit Müller hingegen rutschte innerhalb kurzer Zeit bis auf Rang neun zurück, nachdem sie in der vierten Runde mehr als 4 Minuten länger unterwegs war als die Führenden Alexandra Haupt und Sally Böde.
Nach und nach knabberte Sally Böde Sekunde um Sekunde an Alexandra Haupts Vorsprung, während zwischenzeitlich Janina Seeber bis auf Position vier vorrückte und auch Margit Müller wieder drei Plätze gewann und damit nach neun Runden auf Rang sechs im Feld unterwegs war.
Nach gut einer Stunde wurde es dann eng auf den Plätzen eins und zwei. Sally war nur noch deren 0,9 Sekunden hinter ihrer Konkurrentin Alexandra Haupt. Der Rest des Feldes lag mittlerweile mehr als fünf Minuten dahinter und spielte damit in einer völlig anderen Liga als die beiden schnellen Ladies ganz vorne. Aufgrund der anstehenden Überrundungen konnte sich Alexandra wieder etwas von Sally Böde absetzen, ohne dass diese aber den Kontakt wirklich abreisen ließ. Bis zum Schluss lieferten sich die beiden Damen einen sehenswerten Krimi, den auch nur ein einziger der Herren aus dem Beginnersfeld mitgehen konnte. Summa Samarium fehlten Sally am Ende nur wenige Meter oder auch nur eine weitere Runde, um das Rennen zu ihren Gunsten hätte entscheiden können. In Bezug auf die Leistungsklasse von Alexandra Haupt gesehen jedoch ein außerordentlich starkes Rennen, das Sally Böde in Schwabhausen an den Tag gelegt hat und damit zugleich auch die Meisterschaft in der Klasse der XC Women erneut für sich entscheiden konnte. Bleibt ihr also nur noch mit dem Titel in der Europameisterschaft die Krone noch etwas zu verfeinern.
Die weiteren Ränge gingen unterdessen an Tanja Fischer, Janina Seeber, Jenny Poslovsky, Margit Müller, Christine Maier, Andrea Volk, Carmen Jankus und Silvia Berger.
Geiler FahrstilDie dominierende Rolle Rolle bei den XC Beginners übernahm in Schwabhausen einmal mehr Michael Bichler. Zwar war auch hier mit Christian Rückert am Start erst mal ein anderer schneller, aber nach zwei gefahrenen Runden stand auch hier schon Michael Bichler mit deutlichem Abstand ganz oben auf der Zeitentabelle. Auf den weiteren Plätzen Patrick Steiner, Manuel Knoth und Thomas Oberndorfer.
Im Doppelpack übernahmen wenig später Daniel Ostermann und Dominik Diemb Platz drei und vier im Feld und verwiesen damit Thomas Oberdorfer und Manuel Knoth auf die dahinter liegenden Ränge. Daniel Ostermann forcierte weiter das Tempo und ging demzufolge kurz danach noch am bis dahin Zweiten Patrick Steiner vorbei.
Auf den folgenden Runden ergaben sich kaum weitere Veränderungen, ehe Daniel Ostermann nach Halbzeit des Rennens am führenden Michael Bichler vorbeiziehen konnte. Mehr als zwei Runden lang konnte sich Ostermann allerdings nicht an der Führung erfreuen, denn Bichler holte sich diese kurz entschlossen einfach wieder zurück, während sich auf Rang drei hinter Ostermann nun Martin Stötzer eingefunden hatte. Bei noch rund vierzig verbleibenden Minuten rangierten auf den weiteren Plätzen die Piloten Patrick Steiner, Thomas Oberndörfer, Jörg Tegtmeier, Jan Lorenz, Patrick Schwamm, Dominik Zottmann und Christian Rückert, allesamt nur wenige Sekunden voneinander getrennt.
Michael BichlerIn der noch verbleibenden Zeit bis zum Ende des Rennens ließen Michael Bichler, Daniel Ostermann, Martin Stötzer und Patrick Steiner auf den ersten vier Plätzen nichts mehr anbrennen, während auf den Rängen fünf bis zehn noch verbissen um jeden Millimeter hart gekämpft wurde. Die Positionen wechselten schneller, als der Streckensprecher dies von der Zeitentabelle ablesen und aussprechen konnte.
Nach dem letztmaligen Durchfahren der Zählstelle lautete schlussendlich die Reihenfolge der Plätze fünf bis zehn Jan Lorenz vor Jörg Tegtmeier, Markus Steinberger, Christian Rückert, Patrick Schwamm und Manuel Knoth.
Aufgrund der wenigen Punkte, die Michael Bichler damit nun noch für die Meisterschaft fehlen, dürfte er sich diese in Bauschheim, der letzten Station der diesjährigen GCC wohl kaum noch vom Brot nehmen lassen.
Lauf 3: Wie gewohnt ging es bei den XC Juniors vom ersten Meter an, kräftig zur Sache. Als erster um die 180° Kehre unter dem Red Bull – Bogen bog Patrick Patela, gefolgt von Jan Froede und Tim Apolle. Bei noch guten Bedingungen, aber mit eher schlechten weiteren Aussichten, wenn ein Blick den Himmel tangierte, machten sich also die Junioren auf ihre Reise. Noch auf den ersten Metern setzte sich Jan Froede an die Spitze des Feldes und gab diese bis zum späteren Abbruch des Rennens nicht mehr ab. Patrick Patela hatte nach Beendigung der ersten Runde schon zwölf Sekunden auf Jan Froede verloren, lag aber selbst nur eine Sekunde vor Tim Apolle. Yannik Mosch und Lukas Reichstein rangierten nach Runde eins mit weiteren zehn Sekunden Rückstand auf den Rängen vier und fünf.
XC Juniors von HintenKurze Zeit später übernahm Tim Apolle Rang zwei von Patrick Patela und Lukas Reichstein ging an Yannik Mosch vorbei und war damit auf Rang vier unterwegs. Zwei Runden später lag Lukas Reichstein allerdings schon auf aussichtsreicher zweiter Position, während sich Patrick Strelow auf Rang vier vorarbeitete und sich Christian Braun auf Rang fünf dahinter klemmte. In der siebten Runde presste sich Patrick Strelow an Tim Apolle vorbei auf Rang drei und Yannik Mosch verdrängte Patrick Patela auf den siebten Platz hinter sich.
Nur zwei Runden verstreichen ließ Tim Apolle, ehe er sich seinen dritten Platz wieder zurück eroberte. Mit Abschluss der Boxenstopps nach rund einer Stunde Fahrzeit hatte sich Christian Braun den fünften Platz von Patrick Strelow erkämpft, während Jan Froede ganz vorne im Feld weiterhin Lukas Reichstein auf Distanz hielt. Unterdessen drehte Julian Donnecker auf Rang acht liegend seine Runden, ohne dass ihm der dahinter fahrende Luca-Pepe Menger jemals wirklich gefährlich werden konnte. Kurze Zeit später setzte aufkommender heftiger Regen Fahrern und insbesondere der Strecke stark zu, so dass es an unfahrbaren Passagen zu unkontrollierten Abkürzungen kam und seitens der Rennleitung das Rennen wegen ungleicher Bedingungen für die Fahrer abgebrochen werden musste. Die Wertung erfolgte demzufolge mit dem Stand der Runde zuvor, ehe diese Umstände zum Abbruch geführt hatten.
Jan FroedeDer Endstand gestaltete sich dadurch folgendermaßen: Jan Froede vor Lukas Reichstein und Tim Apolle. Christian Braun und Patrick Patela auf den Rängen vier und fünf, während auf den Plätzen bis Rang zehn, Yannik Mosch, Julian Donnecker, Pepe-Luca Menger, Robin Müller und Alexander Lesser zu finden waren.
Die letzten Piloten des Tages, die auf die Schwabhäuser Strecke gingen, gehörten der Klasse XC Sport C an. Das feinste Händchen in Sachen Start gehörte beim vorletzten Lauf zur GCC-Meisterschaft Pascal Schneider. Er bog denn auch vor Frank Neubert und Marvin Möhler durch den Red Bull – Bogen in die erste Kehre ein. Noch in der ersten Runde hatte Marvin Möhler einen heftigen Abflug und schlug hart mit dem Helm auf dem Boden auf.
Marvin MöhlerVöllig benommen brauchte er erst einige Minuten, ehe er überhaupt wieder wusste, was um ihn herum geschah. Wesentlich gehandicapt durch diesen Vorfall hielt er dennoch das komplette Rennen durch. Auch wenn am Ende dadurch nur ein 35. Platz übrig blieb, kann dies als eine mehr als sehr beachtenswerte Leistung eingestuft werden. Zu welchen Leistungen Marvin Möhler sonst fähig ist, zeigt der erst vor kurzem errungene Sieg in dieser Klasse beim Rennen in Schefflenz. Unterdessen beendete Frank Neubert als Erster diese erste gefahrene Runde vor Pascal Schneider und Tobias Häfner. David Gärtlein und Andreas Ziem gesellten sich als Vierter und Fünfter hinzu.
Ab der vierten Runde übernahm Andreas Ziem den zweiten Platz von Tobias Häfner und gab diesen bis zur siebten Runde nicht wieder ab. Dann aber holte sich diesen fest entschlossen Tobias Häfner wieder zurück und verwies Andreas Ziem wieder auf den dahinter liegenden dritten Platz. Die beiden Tangelst-Mannen Patrick und Klaus verweilten derweil auf den Rängen vier und fünf.
Kurze Zeit später fiel Andreas Ziem bis auf den neunten Platz zurück, während alle vor ihm liegenden Piloten um jeweils einen Platz nach vorne rückten.
In Runde zehn läutete schließlich Tobias Häfner den sich vorher schon andeutenden Führungswechsel ein und gab dieselbe dann auch bis ins Ziel nicht mehr ab. Frank Neubert blieb logischerweise nichts anderes übrig, als sich schlussendlich nach dem Abbruch mit Platz zwei zufrieden zu geben.
Andreas Ziem gelang es in den letzten Runden noch einmal Boden gut zu machen und überquerte demzufolge als Dritter die Ziellinie an der Zählstelle. Klaus und Patrick Tangelst kamen auf den Rängen vier und fünf ins Ziel, während sich dahinter David Gärtlein positionierte. Die Plätze sieben bis zehn gingen dann letzten Endes noch an Dominik Zachrau, Marcus Liß, Manfred Budai und Timo Mengler, der trotz vier unsanfter Bodenkontakte noch den zehnten Platz ins Ziel fahren konnte.
Side by SideText und Fotos: Rudolf Schuler






































