Im ersten Rennen des Tages ließ Max Müller vom MSC Pfatter/MÜRINI Racing Team mit einem Raketenstart den Rest des XC Junior-Feldes zunächst einmal hinter sich. Sein Bruder Philipp Müller, ebenfalls für den MSC Pfatter aber das MXTREME Team fahrend, hatte dagegen schon vor dem Start völlig andere Probleme.

Aufgrund dessen, dass sein bisheriges Arbeitsgerät zwar sehr gute Händlerunterstützung genoss, aber doch ständig immer wieder durch technische Ausfälle von sich reden machte, fiel die Wahl für eine Marke mit anderer Farbgebung nicht all zu schwer. Die 125er Zweitakt-Husqvarna musste ganz einfach einer nun viertaktenden grünen 250erKawasaki Platz machen.
Aber wie so oft im Leben, geht immer gerade dann was schief, wenn man es am wenigsten brauchen kann. Genau so erging es auch Philipp. Beim Einfahren der Neuen musste Philipp nämlich unliebsam Bekanntschaft mit der Crosspiste machen, da ihn die Neue kurzerhand abwarf. Ein Knochenanriss im Handgelenk die Folge. Ergo war es alles andere als sicher, ob Philipp in Goldbach die 2 Stunden auf der anspruchsvollen Strecke auch würde durchhalten können.
Am Start jedenfalls stand Philipp noch neben dem Motorrad, als Max schon auf der anderen Seite am davon stieben war. Erst an Position 6 machte sich Philipp auf den Weg. Mehr als gut 2 Runden benötigte Philipp jedoch nicht, um sich an seinen Kontrahenten einschließlich seinem Bruder Max, vorbeizuschieben.
Marlon Schulte-Tigges vom KTM-Sommer Racing Team hatte sich auch so einiges für dieses Rennen vorgenommen. Eigentlich hatte er die Rolle des Max Müller eingeplant, aber es kam anders als geplant. Mit der Startfreigabe und dem Sprint zum Motorrad musste Marlon zusehen, wie seine KTM in die Horizontale abtauchte. Nichts mit Blitzstart also, sondern erst mal Maschine aufrichten, in Gang bringen und erkennen müssen, dass das ganze Feld schon auf und davon war. Marlon blieb nichts anders übrig, als dem Feld hinterher zu eilen und sich einen Piloten nach dem anderen zur Brust zu nehmen. Dies tat er mit einer solchen Vehemenenz, dass er nach Abschluss von Runde zwei schon wieder bis auf Position 7 vorgefahren war. Seine Rundenzeiten lagen zu diesem Zeitpunkt auf dem Niveau der ersten Drei. Realtiv unauffällig im Eifer des Gefechts schob sich Yannik Mosch, ebenfalls vom KTM-Sommer Racing Team am Start auf die 2te Position, musste dann allerdings schon bald Philipp passieren lassen und lag somit am Ende von Runde zwei nur noch auf der Position 3. Ein weiterer Favorit in der Klasse der XC Juniors weilte sich am Start nicht unter den ersten 15 Piloten. Paul Roßbach vom MSC Alzey/KTM-Stega-Racing Team, zur Zeit Führender der Meisterschaft, hatte erhebliche Probleme, sein Motorrad in Gang zu bringen und ging dadurch erst als 16ter auf den Parcours. Aber auch er hatte es binnen 3 Runden geschafft, sich auf Platz 2 vorzufahren, Max Müller auf der Position 3 dahinter.

War die Strecke zu Anfang des Rennens durch die Bewässerung an der einen oder anderen Stelle noch etwas unkalkulierbar, so hatte sie zu diesem Zeitpunkt nahezu ideale Bedingungen zu bieten. Dem sollte aber mitnichten nicht mehr lange so bleiben. Ziemlich dunkle Wolken am Himmel deuteten auf einen kurz bevorstehenden Wetterumschwung. Der Streckensprecher Christian Henns hatte noch nicht wirklich ausgesprochen, dass nach Goldbacher Erfahrungen Wolken aus dieser Richtung unproblematisch seien, als es auch schon anfing dezent zu tröpfeln. Im nächsten Moment schüttete es wie aus Kübeln. Kurz aber heftig ging der erste Schauer über der Goldbacher Strecke nieder. Von nun an sahen sich die Piloten ganz neuen Anforderungen gegenüber. Am besten kamen Philipp Müller, Paul Rossbach und der nun stark aufkommende Jan Froede vom MSC Schefflenz/Körber Offroad Racing mit den neuen Bedingungen zu recht. Max Müller und Yannik Mosch auf Platz 4 und 5 dahinter. Im weiteren Verlauf baute Philipp seinen Vorsprung bis 20 Minuten vor Schluss bis auf 2 Minuten und 40 Sekunden auf den zweiten Paul Rosbach aus. Ein erneuter heftiger Schauer kurz danach setzte der Strecke so dermaßen zu, dass nach knapp 95 Minuten abgebrochen werden musste.
Der Zieleinlauf nach Abschluss der letzten gefahrenen Runde lautete schließlich:
1. Philipp Müller (MSC Pfatter/MXTREME), 2. Paul Rossbach (MSC Alzey/KTM-Stega-Racing), 3. Jan Froede (MSC Schefflenz/Körber Offraod Racing), 4. Yannik Mosch (KTM-Sommer Racing), 5. Max Müller (MSC Pfatter/MÜRINI Racing Team), 6. Jan Gauer (STEGA-RACING Worms), 7. Marlon Schulte-Tigges (SommerRacingTeam), 8. Patrick August (MSC-Mölln), 9. Patrick Patela (MX SHOP RHEIN MAIN) und 10. Chris Roth vom RoBo Racing Team Germany).
Mehr als 100 Piloten standen bei den XC Guests an der Startaufstellung. Am Ende des Starttrailers waren Manfred König vom MSC Bauscheim und sein Vereinskollege Mario Selinger, die ersten die ihre Maschinen in Bewegung setzen konnten. Aber noch bevor es auf die eigentliche Strecke ging konnte sich ganz rechts außen Frank Werthmann vom Psycho Parts Team am Rest vorbei auf die zweite Position schieben. König und Selinger wurden im Verlauf des Rennens dann immer weiter nach hinten durchgereicht und endeten schließlich auf Position 21 und 76. Werthmann konnte zwar nach 1 ½ Runden zunächst einmal auf Position 1 vorfahren, musste dann aber am Ende von Runde 3 dem furios gestarteten Finnen Juho Kirssi vom Körber Offroad Racing Team und dem mittlerweile auf die Eins vorgefahrenen Kevin Küpper vom MX Shop Rhein Main diese Position wieder abtreten und musste sich zum Ende des Rennens mit Position 35 zufrieden geben. Auch Juho Kirrsi konnte nach dem ersten Regenschauer nicht weiter seine vorhergehende Performance halten und fiel bis Ende von Runde 11 auf Position 8 zurück. Bis zum Abbruch verlor Juho Platz um Platz im Goldbacher Schlammbad und lief schlussendlich auf Position 34 liegend, im Ziel ein.

Christian Stopfel hingegen teilte sich sein Rennen sorgsam ein. Mit einem ordentlichen Start hatte er nach 3 Runden schon die Position 9 inne, die er kontinuierlich weiter ausbaute und damit noch vor Ende der Runde 8 die Spitze des Feldes übernahm. Diese gab er bis zum Abbruch des Rennens dann auch nicht mehr wieder ab. Ebenso konstant fuhr Frank Häcker vom Team Race Worx, MSC Straßbessenbach Runde um Runde in Goldbach, und damit am Ende von Runde 3 zunächst auf Position 6 liegend immer weiter nach vorne fuhr, und als Lohn dafür dann bei der Siegerehrung auf der zweithöchsten Stufe des Treppchens stehen durfte. Platz 3 ging schließlich an den sich im Rennverlauf ebenfalls stetig weiter nach vorne fahrenden Andreas Iske vom MCV Rhein/Main.

Andreas Koch, derzeit in der Meisterschaft ganz vorne fuhr ein etwas durchwachsenes Rennen. Am start unter den ersten 10 hatte er bis Ende der ersten 3 Runden die Position 8 eingefahren. In den nächsten 5 Runden konnte er sich bis auf Position 5 steigern, um danach sogar kurzzeitig bis auf Position 2 vorzufahren, dann aber wieder etwas Boden verlor und am Ende als Vierter die Ziellinie überquerte.
Ebenfalls einen TOP-Rennverlauf zeigte Florian Elsässer. Nach drei Runden noch an 18ter Position geführt, war sein Name nach fünf weiteren Runden auf der Position 7 der Zeitnahmeliste und schon drei Runden später auf der Position 5 zu finden. Diese Position stand dann auch am Ende für ihn zu Buche.
Viele der nicht ganz so konditionsstarken XC Guests hatten mit dem Einsetzen des ersten heftigen Schauers dann auch so Ihre liebe Not auf der Strecke und stellten nach ungefähr 50 Minuten Renndauer unfreiwillig, aber völlig entkräftet in der Box bzw., einfach abseits der Strecke ab. Der zweite Regenschauer ließ dann unter den gegebenen Bedingungen den Verantwortlichen nicht mehr viel Entscheidungsspielraum und man entschied sich für einen Abbruch des Rennens nach etwas mehr als 100 der insgesamt 120 zu fahrenden Minuten.
Da mehr als 60 Minuten absolviert waren, konnte das Rennen somit auch uneingeschränkt für die Meisterschaftswertung herangezogen werden.
Die ersten 10 Plätze des Rennens wurden dann auch wie nachfolgend aufgeführt, vergeben:
1. Christian Stopfel, 2. Frank Häcker (Team Race Worx, MSC Straßbessenbach), 3. Andreas Iske (MCV Rhein/Main), 4. Andreas Koch (ADAC Pfalz Waldmeister Stega Racing), 5. Florian Elsässer, 6. Alex Meisch (MSC Walldorf/ Werra e.V.), 7. Stefan Klein (ADAC-Pfalz e.V.), 8. Dominik Dachrau (MSF-Frammersbach /M.B.P Offroadtechnik), 9. Günter Fleckenstein (Fun-Racer) und auf 10. André Dürer vom MSC Walldorf/Team
Parthen.